Hilfen im Alltag für ADHS‑Betroffene
- Klaus-Matthias Veit
- vor 1 Tag
- 1 Min. Lesezeit

(praxisnah, entlastend, realistisch)
ADHS verlangt im Alltag weniger „mehr Disziplin“ als kluge Umgehungsstrategien. Hilfreich sind Maßnahmen, die Struktur von außen bereitstellen, Reizüberflutung reduzieren und Selbstabwertung vermeiden.
Struktur statt Willenskraft
Feste Routinen für Aufstehen, Essen, Schlafen und Übergänge
Aufgaben in sehr kleine Schritte zerlegen („E-Mail öffnen“ statt „Projekt bearbeiten“)
Sichtbare Planung: Kalender, Whiteboard, Zettel statt rein mentaler Organisation
Wiederkehrende Abläufe automatisieren, um Entscheidungslast zu senken
Zeit greifbar machen
Timer, Wecker und Erinnerungen konsequent nutzen
Zeitblöcke realistisch planen – mit Puffer
Methoden wie Pomodoro (kurze Arbeitsphasen mit Pausen)
Zeit nicht schätzen, sondern messen
Fokus ermöglichen
Ablenkungen aktiv reduzieren (Benachrichtigungen aus, ruhige Umgebung)
Monotone Aufgaben mit Bewegung, Musik oder kleinen Reizen koppeln
Hyperfokus gezielt nutzen, aber mit klaren Stoppsignalen
Nur eine Aufgabe sichtbar halten
Motivation unterstützen
Aufgaben mit sofortigen Belohnungen verknüpfen
Fortschritte sichtbar machen (Abhaken, Listen, Tracker)
Spielerische Elemente einsetzen
Nicht auf „innere Motivation“ warten – äußere Anreize sind legitim
Emotionale Selbstfürsorge
Emotionale Reaktionen ernst nehmen, nicht moralisch bewerten
Pausen einplanen, bevor Überforderung kippt
Selbstabwertung aktiv hinterfragen („Ich bin nicht faul – mein Nervensystem arbeitet anders“)
Austausch mit anderen Betroffenen suchen
Grundhaltung
ADHS‑gerechter Alltag bedeutet:
Anpassung der Umgebung, nicht Selbstoptimierung
Akzeptanz statt ständiger Korrektur
Unterstützung als Kompetenz, nicht als Schwäche
Nicht mehr leisten – anders organisieren.


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