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Hilfen im Alltag für ADHS‑Betroffene


(praxisnah, entlastend, realistisch)

ADHS verlangt im Alltag weniger „mehr Disziplin“ als kluge Umgehungsstrategien. Hilfreich sind Maßnahmen, die Struktur von außen bereitstellen, Reizüberflutung reduzieren und Selbstabwertung vermeiden.



Struktur statt Willenskraft

  • Feste Routinen für Aufstehen, Essen, Schlafen und Übergänge

  • Aufgaben in sehr kleine Schritte zerlegen („E-Mail öffnen“ statt „Projekt bearbeiten“)

  • Sichtbare Planung: Kalender, Whiteboard, Zettel statt rein mentaler Organisation

  • Wiederkehrende Abläufe automatisieren, um Entscheidungslast zu senken



Zeit greifbar machen

  • Timer, Wecker und Erinnerungen konsequent nutzen

  • Zeitblöcke realistisch planen – mit Puffer

  • Methoden wie Pomodoro (kurze Arbeitsphasen mit Pausen)

  • Zeit nicht schätzen, sondern messen



Fokus ermöglichen

  • Ablenkungen aktiv reduzieren (Benachrichtigungen aus, ruhige Umgebung)

  • Monotone Aufgaben mit Bewegung, Musik oder kleinen Reizen koppeln

  • Hyperfokus gezielt nutzen, aber mit klaren Stoppsignalen

  • Nur eine Aufgabe sichtbar halten



Motivation unterstützen

  • Aufgaben mit sofortigen Belohnungen verknüpfen

  • Fortschritte sichtbar machen (Abhaken, Listen, Tracker)

  • Spielerische Elemente einsetzen

  • Nicht auf „innere Motivation“ warten – äußere Anreize sind legitim



Emotionale Selbstfürsorge

  • Emotionale Reaktionen ernst nehmen, nicht moralisch bewerten

  • Pausen einplanen, bevor Überforderung kippt

  • Selbstabwertung aktiv hinterfragen („Ich bin nicht faul – mein Nervensystem arbeitet anders“)

  • Austausch mit anderen Betroffenen suchen



Grundhaltung

ADHS‑gerechter Alltag bedeutet:

  • Anpassung der Umgebung, nicht Selbstoptimierung

  • Akzeptanz statt ständiger Korrektur

  • Unterstützung als Kompetenz, nicht als Schwäche



Nicht mehr leisten – anders organisieren.

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