Selbstorganisation ist der Prozess, bei dem Systeme, Teams oder Individuen sich autonom und eigenverantwortlich organisieren, um Ziele zu erreichen, ohne ständige externe Führung oder Kontrolle.
Im beruflichen Kontext geht es darum, Aufgaben und Projekte selbstständig zu planen, zu priorisieren und durchzuführen, wobei die Verantwortung auf die Teammitglieder verteilt wird.
Dies erfordert Flexibilität, Kreativität und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und Probleme eigenständig zu lösen.
Aspekte der Selbstorganisation
Flexibilität
Fokus auf Zusammenarbeit
Kreativität und Innovation
Eigenverantwortung und Entscheidungsfreiheit
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Strukturen und Prozesse sind flexibel und anpassbar, um auf neue Situationen reagieren zu können, statt starren Bürokratie zu folgen.
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Es geht um das wechselseitige Zusammenwirken der Elemente innerhalb eines Systems, um gemeinsame Ziele zu erreichen.
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Freiraum für eigenverantwortliches Handeln fördert kreative Lösungsfindung und Innovation.
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Mitarbeiter treffen Entscheidungen und übernehmen Verantwortung für ihre Arbeit, anstatt von einer zentralen Führungskraft gesteuert zu werden.
Selbstorganisation in der Arbeitswelt
– zwischen Zen-Meister und Jongleur
Selbstorganisation bedeutet im Kern, dass Menschen ihre Aufgaben, Prioritäten und Arbeitsweise eigenständig strukturieren, statt ständig von außen gesteuert zu werden. Sie ist eine Art interne Navigation, die sicherstellt, dass man nicht nur beschäftigt, sondern auch wirksam ist.
Zentrale Aspekte
Prioritäten setzen – Wissen, was heute wirklich zählt, statt sich vom lautesten To-do tyrannisieren zu lassen.
Zeit- & Energie-Management – Nicht nur Stunden einteilen, sondern den eigenen Biorhythmus berücksichtigen.
Eigenverantwortung – Entscheidungen treffen können und wollen, ohne auf den nächsten „Chef-Beschluss“ zu warten.
Selbstmotivation – Routinen, Mini-Ziele und persönliche Belohnungssysteme nutzen, um am Ball zu bleiben.
Reflexion & Anpassung – Regelmäßig prüfen: Funktioniert meine Art zu arbeiten noch oder muss ich nachjustieren?
Vorteile
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Höhere Flexibilität in dynamischen Arbeitsumfeldern
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Mehr Motivation durch Autonomie
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Stärkeres Verantwortungsbewusstsein im Team
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Weniger Mikromanagement, mehr Vertrauen
Wie versteht sich „Organisation“ selbst, wenn sie auf dem Prinzip der Selbstorganisation beruht?
Grundidee
Organisation im klassischen Sinn:
Geplante, strukturierte Anordnung von Aufgaben, Rollen und Prozessen, meist hierarchisch.
Selbstorganisation:
Strukturen und Abläufe entstehen dezentral aus dem Zusammenspiel der Beteiligten, ohne dass jede Entscheidung von oben vorgegeben wird.
Selbstverständnis einer selbstorganisierten Organisation
Eine Organisation, die sich als selbstorganisiert versteht, sieht sich nicht primär als „Maschine“, sondern als lebendiges System:
Identität:
„Wir gestalten uns selbst“ – Strukturen sind Ergebnis kollektiver Entscheidungen.
Führung:
Eher verteilte oder situative Führung (z. B. Kollegiale Führung, Soziokratie) statt fester Befehlsketten.
Zweckorientierung:
Gemeinsamer Purpose als verbindendes Element, nicht nur formale Regeln.
Anpassungsfähigkeit:
Strukturen werden laufend angepasst, um auf Veränderungen zu reagieren.
Strukturelle Merkmale
Flache Hierarchien oder Kreis-/Netzwerkstrukturen.
Transparente Informationsflüsse – Wissen ist offen zugänglich.
Rollen statt starrer Stellen – Rollen können wechseln oder kombiniert werden.
Entscheidungsprinzipien wie Konsent oder integrative Entscheidungsfindung.
Selbstorganisation im Organisationsverständnis
Im Selbstverständnis einer solchen Organisation gilt:
Ordnung entsteht aus Interaktion – nicht aus zentralem Plan.
Führung ist eine Funktion, kein Titel – sie kann wechseln.
Fehler sind Lernimpulse – nicht nur Abweichungen.
Verantwortung ist geteilt – jede*r trägt zum Ganzen bei.
Praxisbeispiele & Methoden
Soziokratie:
Kreise, doppelte Verknüpfung, Konsententscheidungen.
Holacracy:
Rollenbasiertes Arbeiten mit klaren Spannungs- und Anpassungsprozessen.
Loop Approach:
Iterative Entwicklung von Strukturen und Kultur.

