Narzisstische Persönlichkeitsstörung
Die narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS) ist eine tiefgreifende psychische Störung,
die sich durch
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ein übersteigertes Bedürfnis nach Bewunderung,
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ein grandioses Selbstbild und
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einen Mangel an Empathie auszeichnet.
Sie geht weit über normalen Narzissmus oder gesunde Selbstliebe hinaus und kann für Betroffene wie auch für ihr Umfeld erheblichen Leidensdruck verursachen.
Typische Merkmale
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Überhöhtes Selbstbild: Betroffene überschätzen ihre Fähigkeiten und Erfolge, sehen sich oft als einzigartig oder überlegen.
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Starkes Bedürfnis nach Anerkennung: Lob und Bewunderung sind zentral für das Selbstwertgefühl.
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Mangel an Empathie: Schwierigkeiten, sich in andere hineinzuversetzen oder deren Gefühle ernst zu nehmen.
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Empfindlichkeit gegenüber Kritik: Kritik oder wahrgenommene Kränkungen können zu Wut, Scham oder Rückzug führen.
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Zwischenmenschliche Probleme: Beziehungen sind oft von Ausnutzung oder Manipulation geprägt.
Formen & Ausprägungen
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Grandios-maligne Form: Offensichtlich arrogant, überheblich, reagiert auf Kränkung oft mit Wut oder Aggression.
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Vulnerabel-fragile Form: Wirkt nach außen bescheiden oder unsicher, reagiert aber sehr empfindlich auf Kritik und erlebt starke Schamgefühle.
Häufigkeit & Ursachen
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Prävalenz: Schätzungsweise ca. 1–2 % der Bevölkerung, häufiger bei Männern.
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Mögliche Ursachen: Kombination aus genetischer Veranlagung und frühen Beziehungserfahrungen, z. B. übermäßige Kritik oder übermäßige Bewunderung in der Kindheit.
Behandlung
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Psychotherapie (oft psychodynamisch oder kognitiv-verhaltenstherapeutisch) ist die zentrale Behandlungsform.
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Ziel ist u. a., das Selbstwertgefühl stabiler zu machen, Empathiefähigkeit zu fördern und zwischenmenschliche Konflikte zu reduzieren.

Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Narzisstische Persönlichkeitsstörung: Narzissten erkennen, verstehen und behandeln (Raphael Bonelli)

