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Generalisierte Angststörung (GAS)

GAS ist eine chronische Angststörung, gekennzeichnet durch übermäßige, schwer kontrollierbare Sorgen über verschiedene Lebensbereiche (alltagsnah bis abstrakt), die mehr Tage als nicht bestehen.
 

Die Sorgen gehen oft mit körperlichen Symptomen und Beeinträchtigungen im Alltag einher.

Zentrale Merkmale (DSM-5 / ICD-11):

  • Andauernde, übermäßige Sorgen, die schwer zu kontrollieren sind (mehrere Tage in der Woche über mindestens 6 Monate).

  • Mindestens drei zusätzliche Symptome (bei Kindern genügt ein Symptom): Ruhelosigkeit oder „Liesse“ im Körper, schnelle Ermüdbarkeit, Konzentrationsprobleme oder das Gefühl, der Geist sei leer, Reizbarkeit, Muskelspannung, Schlafprobleme.

  • Die Sorgen beziehen sich häufig auf alltägliche Dinge wie Arbeit, Gesundheit, Finanzen, Familie.

  • Die Symptome führen zu deutlicher Beeinträchtigung in Beruf, Schule oder sozialen Beziehungen.

  • Die Störung kann mit anderen Erkrankungen einhergehen (z. B. Depression, Panikstörung, Zwangsstörung) und geht oft über Jahre hinweg.

Typische Symptome

Psychisch

  • ​Grübeln, Katastrophengedanken

  • Reizbarkeit

  • Konzentrationsprobleme

  • Gefühl ständiger Bedrohung

Körperlich

  • ​Muskelverspannungen

  • Schlafstörungen

  • Herzklopfen, Schwitzen

  • Magen‑Darm‑Beschwerden

  • Erschöpfung

Die Symptome bestehen meist über mindestens sechs Monate und beeinträchtigen das tägliche Leben deutlich.

GAS ist häufig, behandelbar und kein Zeichen persönlicher Schwäche. Viele Betroffene erleben eine deutliche Verbesserung durch passende therapeutische Begleitung.

generalisierte Angststörung

generalisierte Angststörung

Abgrenzung der Generalisierten Angststörung (GAS) zu anderen Angststörungen

Die Generalisierte Angststörung unterscheidet sich weniger durch die Intensität der Angst als durch deren Form, Dauer und Gegenstand.

Entscheidend ist: Wovor wird Angst erlebt – und wie?

Generalisierte Angststörung (GAS)

  • Angstform: diffus, „frei flottierend“

  • Inhalt: anhaltende Sorgen über viele Lebensbereiche gleichzeitig

  • Zeitverlauf: chronisch, meist über Monate oder Jahre

  • Besonderheit: Sorgen werden als kaum kontrollierbar erlebt

  • Körperlich: dauerhafte Anspannung, Erschöpfung, Schlafstörungen

 

Die Angst ist nicht an konkrete Situationen oder Objekte gebunden, sondern begleitet den Alltag wie ein permanenter Hintergrundton

Panikstörung

  • Angstform: plötzlich, intensiv, attackenartig

  • Inhalt: Angst vor Kontrollverlust, Tod oder „verrückt werden“

  • Zeitverlauf: kurze, heftige Episoden

  • Besonderheit: Erwartungsangst vor der nächsten Attacke

Im Unterschied zur GAS steht hier nicht das Sorgen, sondern die akute Panikreaktion im Vordergrund.

Soziale Angststörung (soziale Phobie)

  • Angstform: situationsgebunden

  • Inhalt: Angst vor Bewertung, Blamage oder Ablehnung

  • Zeitverlauf: situationsabhängig

  • Besonderheit: Vermeidung sozialer Situationen

 

Die Angst tritt vor allem im Kontakt mit anderen Menschen auf – nicht generalisiert.

Spezifische Phobien

  • Angstform: klar fokussiert

  • Inhalt: konkrete Objekte oder Situationen (z. B. Höhe, Tiere, Spritzen)

  • Zeitverlauf: situationsabhängig

  • Besonderheit: starke Vermeidung, sonst oft angstfrei

 

Hier ist die Angst klar begrenzt und nicht allgegenwärtig.

Zwangsstörung (Abgrenzung wichtig)

  • Angstquelle: aufdrängende Gedanken (Zwänge)

  • Bewältigung: ritualisierte Handlungen

  • Unterschied zur GAS: Angst wird durch Handlungen kurzfristig reduziert

Bei der GAS fehlen diese zwanghaften Rituale; Sorgen bleiben gedanklich offen

Therapeutische Relevanz

Die Abgrenzung ist entscheidend, weil Behandlungsfokus und Interventionen variieren:

Bei GAS steht oft der Umgang mit Unsicherheit, Kontrollbedürfnis und Grübelschleifen im Zentrum.

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